Donnerstag, 13. September 2012

Wer hat Angst vor'm Schwarz(en)Wald?

... und wenn er kommt? ... dann wandern wir!cool...  und so ging es Richtung Bad Liebenzell/Bad Wildbad, um dort den Schwarzwald wandermäßig zu erkunden.

(Ein Beitrag von Harald (grummelot))

Zum gemütlichen Einstieg in den GC-Kurzurlaub bot sich für den ersten (Halb)Tag der Bad Liebenzeller Nagoldtal Trail an, eine ohne wesentliche Höhenunterschiede verlaufende Tradi-Runde.
Angesichts des durchwachsenen Wetters (Nieselregen, der teilweise in Regenschauer überging)  durfte man durchaus davon ausgehen, dass sowohl Wanderer als auch Golfer zu Hause bleiben würden, so dass man ungestört auch im Golfareal nach Caches würde suchen können. Was die Wanderer betraf, traf dies zu, nur die Golfer verblüfften mich, denn erst nach einem längeren Regenschauer konnte man auf der Straße eine Karawane von Audis und Mercedes beobachten, deren Fahrer/innen ihr Heil in der Flucht suchtenwink.

Die Entscheidung, meinen Schwarzwald-Aufenthalt mit dieser Tour zu beginnen, erwies sich als richtig, denn auf gut begehbaren Wegen erreichbare, liebevoll und abwechslungsreich gestaltete Verstecke erlaubten – trotz der Erfrischungen von oben (die Logbücher wurden natürlich während des Logvorgangs durch einen Regenschirm gegen Nässe geschützt) – einen interessanten und kurzweiligen Spaziergang.
Wer kommt denn da auf mich zu, was will der nur von mir ... doch nicht etwa meinen Schatz?

und interessante Ausblicke gab es natürlich auch
Frei nach dem (abgewandelten) Motto „in der Ruhe liegt die Weisheit“ begann der zweite Cachertag mit der Pausenrunde,
auch ein Wächter mahnt zur Ruhe
wobei ich an einigen Teilstrecken jedoch bereits mit der "Weisheit" in Berührung kam.

Meine beiden Navigationssystem hatten vermutlich den Namen dieser Cache-Runde falsch verstanden, denn bereits während der Anfahrt pausierte mein Auto-Navi mehrfach und meinte, dass es keine GPS-Signale mehr empfangen könneshocked.Während der Wandertour verweigerte – nach einem Akkuwechsel -  auch mein Garmin Oregon die Zusammenarbeit, da es ebenfalls keine Satellitensignale mehr empfangen konnte. Das war wirklich ein komisches Gefühl, im Wald ohne Karte darauf zu hoffen, dass sich das GPS-Gerät doch noch erholen würde … was es nach einiger Zeit auch tat. 

Die Route verläuft auf romantischen Pfaden mit teilweise grandiosen Aussichten (eben Schwarzwald), wobei man sich auf das Wandern konzentrieren kann, da die Caches fair versteckt sind und die meisten auch gut zu finden waren. Der Owner bot den (Be)Suchern zudem die Möglichkeit, an ihrer Kondition zu arbeiten, denn entweder musste man den Kopf nach oben strecken, die Zehen untersuchen oder um einen Marterpfahl tanzen … aber manchmal durfte man sich auch auf einem Notsitz ausruhenwink.

Fast nahtlos ging es dann über in den zweiten Teil der – zusammen 24,5 km langen – Wanderrunde um das Gesundheitszentrum des Schwarzwalds, nämlich die Suche nach der Weisheit.

Auf gut begehbaren Wegen überraschte einen der Owner durch liebevolle Versteckideen. Manche Stationen konnten (fast) ohne Nutzung des GPS-Geräts absolviert werden, da man nur den Fußstapfen der früheren Sucher folgen musste (bleibt bei einem Powertrail leider meist nicht aus). An anderen Stationen musste ich dagegen aufgrund springender Koordinatenanzeige (und trickreicher Versteckeblush) intensiver suchen und wurde dann meist erst fündig, wenn ich die GPS-Anzeige ignorierte und mit offenen (Cacher-)Augen das Gelände durchstreifte.
Fazit: eine Runde mit gepflegten Caches in schöner Landschaft, die man gerne erwandert und die eindeutig einen Favoritenpunkt verdient hat.

 
Da am dritten Urlaubstag erstmals wieder die Sonne - ohne durch Wolken und Regen behindert zu werden – das Wetter bestimmte, war es sehr angenehm, dass die überhaupt nicht teuflische Teufelsrunde sowohl auf schattigen Waldwegen als auch (zum Aufwärmen ) auf sonnigen Passagen verlief.

Die Caches waren fair versteckt und konnten i.d.R. – auch wenn kein Hinweis zur Verfügung stand – aufgrund der vom Owner exakt eingemessenen Koordinaten und der Wahl markanter Objekte gut gefunden werden.  
Sehr positiv empfand ich, dass der Owner meist keine Standardverstecke wählte, sondern mit großem Ideenreichtum und Liebe zum Detail seine Caches unterschiedlichsten Wächtern anvertraute.
meist tarnte sich der Teufel,
ein anderes mal zeigte er die wahre Gestalt

Als ich am vierten Tag die Althengstett-Runde begann, fühlte ich mich zunächst etwas deplatziert, denn die Reihe von Läufern, die an mir vorbeirannten, riss nicht mehr ab und die letzten wurden sogar von einem Jeep (oder DKW?) verfolgt/angefeuertwink… dann wurde mir jedoch klar, dass ich es sich um Soldaten/innen gehandelt haben musste, die hier ihren Frühsport absolvierten (zu meiner BW-Zeit trug man dabei noch Kampfanzug, Springerstiefel, Marschgepäck und G3 und nicht leichte Sportbekleidungwink– so ändern sich die Zeiten).
Die Runde war sehr abwechslungsreich, sowohl was die Anforderungen an den Cacher  (normale, aber auch ausgefallene Verstecke, kleine Klettereinlagen, Tradis, die sich als Multis entpuppenblush) als auch was die Gestaltung der Verstecke betraf. Die Caches waren entgegenkommender Weise, insbes. was die Höhe der untersten Äste bei den Kletterbäumen betraf, auch für etwas kürzere Cacher (wie mich) geeignet. Alle anderen Caches waren mit Hilfe der meist exakt ausgemessenen Koordinaten in Verbindung mit dem Cachenamen bzw. dem Hinweis gut zu finden und zu bergen.


Die am nächsten Tag angegangene, relativ kurze, aber höhenmetermäßig durchaus respektable  Wanderrunde um den Wildbader Kopf hat es auf Rang 1 meiner persönlichen Wander-Hitliste des diesjährigen Schwarzwald-Kurzurlaubs geschafft. 



Zu Beginn der Tour wurde ich zunächst mit dem Problem der Identifikation des Hohlweges konfrontiert (was bedeutet eigentlich REFPT??), denn der im Listing erwähnte Binderleweg war markiert, ein Hohlweg jedoch nicht.
So entschied ich mich für den steilsten Trampelpfad und da er mich Richtung Stage 01 führte, lag ich mit dieser Wahl wohl nicht so ganz falsch. Im Zielgebiet von Stage 01 angekommen suchte ich zunächst den Cache unter Nutzung des Hinweises, aber Bäume und "Brocken" sowie die Kombination aus beiden gab es hier en masseblack eye. Glücklicherweise hatte ich die Spoilerfotos auf mein Smartphone geladen, denn ansonsten würde ich bestimmt immer noch nach dem Cache „Am Hohlweg“ suchen - somit der Tipp: Spoilerfotos nicht vergessen.

Nachdem ich mich anschließend durch die urzeitliche Farn-Landschaft gekämpft hatte (auch hier war das Spoilerfoto aufgrund springender Koords sehr hilfreich), ging es weiter zu dem nächsten dicken Brocken. 

Ab hier wurde aus dem Bergpfad ein Erholungspfad und man konnte sich voll auf die Landschaft und den Ausblick konzentrieren (vor allem an der Wetterfahnenhütte, wo ich eine kurze Pause einlegte).
Blick auf den Rastplatz und in die Ferne

 Im Zick-Zack ging es dann ganz easy Richtung Tal und weiter zur Rennbach-Runde

Fazit: Eine Runde, die mich teilweise an den Lahnhöhenweg erinnert hat und die mich als Bergwanderer begeisterte. 
 
Zur Abrundung des Tages bot sich dann die Bad Wildbader Rennbach-Runde an, bei der ich mich zu Beginn der Tour in einen Märchenwald versetzt fühlte, denn auf verträumten Pfaden ging es unter leiser musikalischer Untermalung durch Wassergeplätscher von Station zu Station.


Zum Ausklang der Kurzbesuches im Schwarzwald stand am letzten (Halb)Tag die Nagoldtal-Geocaching-Tradi Serie an, mit der vor allem Geocaching-Neueinsteiger angesprochen werden sollen. Den Cacher erwarteten auf gut begehbaren Wegen, die auch mit MTB befahrbar sind, problemlos auffindbare PETlinge und Dosen in typischen Verstecken. Um Anfängern zu zeigen, wie Verstecke auch gestaltet sein könnten, wäre es vielleicht sinnvoll gewesen, ein qualitativ „herausragendes“ Versteck mit einzubauen, wobei der Zugang dann durch einen geeigneten Hinweis erleichtert werden könnte.
Sehr interessant fand ich die Schautafeln und Anschauungsobjekte, die den zweiten Teil der Runde bereicherten und die einen kleinen Einblick in das harte Leben der Menschen ermöglichten, die den Schwarzwald urbar gemacht hatten. Hier war ich froh, dass ich nicht zu den Ersten, sondern zu den Dritten gehöre.

Ein Ein-/Rückblück in das damalige Leben

Diesem liebenswerten Geschöpf kann man auch heute noch in unseren Wäldern begegnen
.. diesem glücklicherweise jedoch nicht mehr.

Insbesondere unter dem Hintergrund der von manchen Gemeinden praktizierten "GC-Hexenjagd" fiel mir (positiv) auf, dass die meisten der von mir absolvierten Tradiserien vom Tourismusverband (oder einem Mitarbeiter) konzipiert/realisiert worden waren und dem offiziellen Freizeitangebot des Nagoldtals zuzurechnen sind.
Prima, dass es auch so geht und die gemeindlichen Interessenvertreter die Möglichkeiten, die Geocaching für den Fremdenverkehr bietet,
sehen und nutzen - hoffentlich macht dies Schule!


 
Dann bleibt mir abschließend nur noch, Euch "keine Angst vor'm Schwarz(en)Wald" zu wünschen, auch wenn sich dort Teufel, Zwerge, Wildschweine und Bisons tummeln wink.

grummelot

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